Der Apostel Paulus. | Impulse
2026: Jede Woche ein digitaler Impuls zur Lebensgeschichte des Paulus
Lasst uns in diesem Jahr die Bibel lesen und die Lebensgeschichte des Apostel Paulus entdecken – vom 1. Sonntag nach Epiphanias bis zum Ewigkeitssonntag. Dabei orientieren wir uns an den Erzählungen in der Apostelgeschichte und bauen die uns im Neuen Testament überlieferten Briefe des Paulus – so weit das möglich ist – chronologisch ein. Die einzelnen Impulse können hier noch einmal nachgelesen werden. Sie werden jeweils im Laufe eines Wochenendes in einem WhatsApp-Gruppenchat und auf Instagram @evangelisch.in.balve veröffentlicht.
14.46 | Jesus ist König.
Paulus gerät in Konflikt mit den Juden in Thessalonich.
Paulus legte die Heilige Schrift aus und zeigte so:
»Der Christus musste leiden
und danach von den Toten auferstehen.
Jesus, den ich euch verkünde, ist dieser Christus.«
Apostelgeschichte 17,3 | BasisBibel
Glaube, dann wirst du gerettet. In Philippi passiert Wunderbares: Paulus und Silas singen im Gefängnis Loblieder für Gott. Und sie erleben tatsächlich Gottes Eingreifen. Christus, der Retter ist da. Menschen kommen unerwartet zum Glauben. Und doch – sie werden gebeten, die Stadt zu verlassen. Schließlich kommen sie nach Thessalonich …
Wir lesen Apostelgeschichte 17,1-9 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Zu Fuß legen Paulus und seine Begleiter die rund 150 km weite Wegstrecke über Amphipolis und Apollonia nach Thessalonich zurück … ihre Motivation ist klar: Jesus bekanntmachen! Paulus und seine Weggefährten zieht es direkt zur jüdischen Synagoge. Dort erzählen sie von Jesus als den erwarteten Christus. Einige Juden ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an. Dazu kamen viele Griechen, die an den Gott Israels glaubten. Unter ihnen waren auch etliche einflussreiche Frauen. Wenn Menschen zum Glauben kommen, ist dies immer wieder ein Wunder. Später schreibt Paulus an die Thessalonicher: »Vor Gott, unserem Vater, müssen wir immer wieder an euch denken. Daran, wie ihr euren Glauben in die Tat umsetzt. Wie sehr euer Wirken von der Liebe bestimmt ist. Und wie unerschütterlich ihr an der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus festhaltet.« (vgl. 1. Thessalonicher 1,3)
Aber es gibt auch Neider, es kommt – wiedermal – zu Aufruhr in der Stadt. Am Ende steht der Vorwurf: »Allesamt verstoßen sie gegen die Gesetze des Kaisers. Sie behaupten, dass ein anderer König ist – Jesus.« Mein erster Gedanke: Der Text gibt nicht wieder, dass Paulus dieses gesagt hat. Aber dann: Und doch, es stimmt! Jesus ist König. Sein Reich ist nicht von dieser Welt. Die Mächtigen dieser Welt stürzen, SEINE Herrschaft hört dagegen niemals auf.
Ein Beispiel: Der letzte heidnisch-römischen Kaiser Julian Apsotata (361 – 363 n.Chr.) plant noch einmal eine große Christenverfolgung. Schließlich, so die Überlieferung, soll er dann als Sterbender im Krieg gegen die Perser doch noch gesagt haben: „Vicisti, Galilaee!“ „Du hast gesiegt, Galiläer!“ Jesus ist König. Sein Reich kommt. Vertrauen wir auch heute darauf! „Du hast gesiegt!“
Gott,
du Mächtiger,
hilf mir, auf dein Handeln zu schauen.
Dein Christus musste leiden
– und ist danach doch vom Tode auferstanden.
Jesus lebt.
Dein Reich kommt.
Jesus ist König.
Damals in Thessalonich, in Rom, immer wieder.
Heute hier – auch bei uns.
Hilf mir, auf deine Herrschaft zu vertrauen.
Lass mich an dich glauben.
„Du hast gesiegt!“
Amen.
13.46 | Glaube, dann wirst du gerettet.
Paulus und Silas müssen in Philippi ins Gefängnis.
»Ihr Herren, was muss ich tun,
damit ich gerettet werde?«
Sie antworteten:
»Glaube an den Herrn, Jesus, dann wirst du gerettet
und mit dir deine ganze Hausgemeinschaft.«
Apostelgeschichte 16,31 | BasisBibel
Wir erinnern uns: Das Evangelium kommt nach Europa. Paulus und seine Gefährten bringen die schlichte, aber so mächtige Botschaft: Christus, der Retter ist da. Dabei sehen wir an Lydia, wie Gott im Kleinen anfängt. Nur eine Frau und ihr Haus nehmen zu Beginn die Botschaft in Philippi an. „Paulus und seine Gefährten wissen, was zu tun ist; sie gehen zum Gebet. Sie schauen nicht auf das, was wir Erfolg nennen, sie rechnen nicht mit Zahlen …, sondern sie rechnen mit dem Christus, der jetzt nach Europa herübergekommen ist, um, was verloren ist zu retten.“ (Walter Lüthi) Und tatsächlich, Gott wirkt wunderbar …
Wir lesen Apostelgeschichte 16,16-40 (zum Beispiel in der BasisBibel).
»Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes. Sie verkündigen euch den Weg zur Rettung!« Eine Frau, besessen von einem Wahrsagerei-Geist, die dadurch ihren Besitzern viel Geld unredlich einbringt, spricht aus, dass Gott am Werk ist – ja, vor IHM müssen die Götter und Mächtigen dieser Welt zurück. Ganz Konkret: Im Namen Jesu befreit und rettet damit Paulus diese Frau, die nur ein Spielball ihrer Besitzer ist. Christus ist der Herr. Das führt natürlich zu Tumulten – und schließlich finden sich Paulus und Silas im Gefängnis wieder.
Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder für Gott. Die anderen Gefangenen hörten ihnen zu. Ich staune! Seltsam, wie die beiden auf die Rettung des Herrn vertrauen. Es scheint fast so: Das Evangelium muss auch ins Gefängnis hinein – aber nicht nur für die Gefangenen, sondern damit ein Gefängniswärter erkennt, dass er selber des Retters bedarf: »Ihr Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?« Am Ende steht die Taufe und Freude der ganzen Hausgemeinschaft darüber, dass sie zum Glauben an Gott gefunden hat.
Christus, der Retter ist da. Und er kommt auch heute noch zu dir. Wo fühlst du dich gerade verloren? Was macht dich unfrei? Wende dich IHM zu und höre die Worte des Paulus ganz persönlich für dich: »Glaube an den Herrn, Jesus, dann wirst du gerettet und mit dir deine ganze Hausgemeinschaft.« Glaube, dann wirst du gerettet.
Gott,
du Wunderbarer,
hilf mir, mich an deinem Handeln zu erfreuen.
Zu dir können wir beten.
Du zeigst deine Macht und Stärke
über die Götter und Mächtigen dieser Welt.
Du bringst Freiheit und rettest das Verlorene.
Christus, der Retter, ist da.
Damals in Philipp – auch im Gefängnis.
Heute hier – auch bei mir.
Hilf mir, auf deine frohe Botschaft zu vertrauen.
Lass mich dich loben mit Liedern und Gebeten.
Ich glaube an den Herrn Jesus.
Amen.
12.46 | Gott öffnet dir das Herz.
Paulus begegnet in Philippi einer Frau Namens Lydia.
Unter den Zuhörern war auch eine Frau Namens Lydia.
Sie handelte mit Purpurstoffen
und kam aus der Stadt Thyatira.
Lydia glaubte an den Gott Israels.
Der Herr öffnete ihr das Herz,
sodass sie den Worten von Paulus aufmerksam zuhörte.
Apostelgeschichte 16,14 | BasisBibel
Das Evangelium kommt zu dir! In Philippi sehen wir nun, wie das konkret aussieht, wenn die frohe Botschaft der Liebe Gottes uns berührt. Beim Lesen fällt dabei auf, dass sich ein weiterer Gefährte angeschlossen hat – man registriere das „wir“. Es scheint, dass der Evangelisten Lukas nun „live vor Ort“ dabei ist ...
Wir lesen Apostelgeschichte 16,11-15 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Am Sabbat gingen wir durch das Stadttor hinaus an den Fluss. Wir nahmen an, dass dort eine jüdische Gebetsstätte war. Wir setzten uns und sprachen zu den Frauen, die an diesem Ort zusammengekommen waren. Ob es keine Synagoge in Philippi gibt? Trotzdem wirkt Gott – dieses Mal an einer einzigen Frau: Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie den Worten von Paulus aufmerksam zuhörte. Wir halten kurz inne. Gott braucht keine Synagogen – und wir dürfen heute ergänzen: keine Kirchengebäude und Gemeindehäuser! –, um Menschen anzusprechen.
Mehr noch: Gott schreibt Geschichte. Es beginnt im Kleinen – und ganz persönlich. Das Evangelium kommt nach Europa, nicht durch eine große Evangelisationsveranstaltung, sondern dadurch dass Gott der einen das Herz öffnet und sie die frohe Botschaft hört.
Und noch etwas dürfen wir entdecken: Wem das Herz aufgeht, der öffnet gerne auch das Haus. Sie ließ sich taufen zusammen mit ihrer ganzen Hausgemeinschaft. Danach bat sie: »Wenn ihr überzeugt seid, dass ich wirklich an den Herrn glaube, dann kommt in mein Haus. Ihr könnt bei mir wohnen!« Sie drängte uns die Einladung anzunehmen. Lydia muss sehr reich gewesen sein. Sie ist Purpurhändlerin. Purpur war damals der wertvollste Farbstoff, den es gab. Und sie bringt sich mit dem, was sie hat, ein, bewirtet Paulus und seine Weggefährten. Wem Gott das Herz öffnet, der teilt und gibt gerne, von dem, was da ist.
Lydia glaubte an den Gott Israels. Diese Geschichte fragt auch uns: Wie steht es mit deinem Glauben? Bist du neugierig wie Lydia? Vertraust du dem Gott, von dem die Bibel berichtet? Dann wird er auch dein Herz öffnen – und dein Haus. Höre SEIN Evangelium, SEINE gute Nachricht. Gott schreibt Geschichte – auch mit dir.
Gott,
du Herzenskenner,
hilf mir, dich zu suchen.
Du zeigst dich nicht nur in Gebäuden
sondern überall dort, wo Menschen sich nach dir austrecken.
Ich staune über Lydia.
– sie vertraut, glaubt und hört.
Du öffnest die Herzen.
Damals dieser Frau am Fluss in Philipp
– heute, hier und dort mitten unter uns.
Hilf mir, deine frohe Botschaft zu hören.
Lass mich dann auch dankbar mein Haus öffnen.
Ich möchte Teil deiner Geschichte werden.
Amen.
11.46 | Das Evangelium kommt zu dir!
Paulus bricht auf zu seiner zweiten Reise.
In der Nacht hatte Paulus eine Erscheinung.
Ein Mann aus Makedonien stand vor ihm und bat:
»Komm herüber nach Makedonien und hilf uns!«
Apostelgeschichte 16,9 | BasisBibel
Gottes Gnade wirkt – trotzdem! Paulus reist nun wieder nach Derbe und Lystra in Kleinasien. Wir erinnern uns: Dort wurde Paulus gesteinigt (vgl. Apostelgeschichte 14,19). Gerade nun hier findet der Apostel einen neuen Begleiter und Mitarbeiter: Timotheus. Diesem Timotheus schreibt Paulus später: »Gott will ja, das alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.« (vgl. 1. Timotheus 2,4)
Wir lesen Apostelgeschichte 16,1-10 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Timotheus war der Sohn einer Christin jüdischer Herkunft, aber sein Vater war Grieche. Paulus lässt ihn beschneiden, was auf den ersten Blick (nach Apostelgeschichte 15,1-35) verwundert, aber „weil Timotheus rechtlich als Jude gilt, darum dürfte er als Nichtbeschnittener nirgends eine Synagoge betreten und er müsste als Mitmissionar ausscheiden. Nicht um des Heils willen, sondern ausdrücklich aus Rücksicht auf die bevorstehende Arbeit unter den Juden beschneidet Paulus ihn … Wir sehen bei dieser Gelegenheit wieder einmal mehr, wie sehr Paulus am Heil auch der Juden liegt.“ (Walter Lüthi)
Nun ziehen sie los, Paulus, Silas und Timotheus – aber wohin? Sie werden geführt, müssen manch Umweg gehen … bis Paulus eines Nachts in Troas eine Erscheinung hat: »Komm herüber nach Makedonien und hilf uns!« Etwas großes Neues tut sich hier auf, es ist der Ruf nach Europa. „Man beachte, dass der nächtliche Mann nicht ruft ‚hilf mir‘, sondern ‚hilf uns‘. Es ist deutlich, dass er im Namen aller Mazedonier um Hilfe ruft, ja im Namen aller Griechen; und hinter den Griechen stehen die Europäer, da sind die Römer, und die Germanen, und die Slawen, und – viel, viel später – die Amerikaner, die Kinder und Nachkommen Europas.“ (Walter Lüthi)
»Gott will ja, das alle Menschen gerettet werden …« Das Evangelium kommt nach Europa. Was heißt das? Sie alle – ich möchte sagen: Wir alle, auch du und ich! – sollen hören, was die Juden schon längst vernommen haben, dass Gott sie liebt. Das Evangelium kommt zu dir! Ja, höre diese frohe Botschaft heute ganz persönlich für dich: Gott liebt dich.
Gott,
du diese Welt Liebender,
hilf mir, die deine Größe immer wieder neu zu entdecken.
Du willst, dass alle Menschen gerettet werden
und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Zuerst die Juden, dann die Griechen und Europäer.
– schließlich die ganze Welt.
Deine Liebe gilt allen!
Du rufst und sendest deine Boten
– damals Paulus, Silas und Timotheus, heute uns.
Hilf mir, dein Evangelium anzunehmen.
Lass mich deine frohe Botschaft hören.
Ich möchte selbst zu einem Boten deiner Liebe werden.
Amen.
10.46 | Gottes Gande wirkt – trotzdem!
Paulus und Barnabas trennen sich.
»Lass uns noch einmal alle Städte besuchen,
in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben.
Wir wollen sehen, wie es den Brüdern und Schwestern dort geht.«
Apostelgeschichte 15,8-9 | BasisBibel
Auf der Versammlung der Apostel und Gemeindeältesten in Jerusalem haben wir gesehen, wie die Urgemeinde in Konfliktfragen um gemeinsame Lösungen ringt. Nun erzählt uns die Apostelgeschichte, dass sich Paulus und Barnabas nach einem heftigen Streit trotzdem trennen und jeweils eigene Wege gehen …
Wir lesen Apostelgeschichte 15,36-41 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Am Anfang steht die Fürsorge für die Geschwister, denen Paulus und Barnabas auf ihrer gemeinsamen Reise das Wort des Herrn verkündigt haben. Dabei will Barnabas seinen Cousin Johannes Markus mitnehmen. Aber Paulus ist dagegen, weil eben dieser die beiden schon einmal verlassen hat (vgl. Apostelgeschichte 13,13). Schließlich reisen Barnabas und Johannes Markus nach Zypern, Paulus zieht mit Silas Richtung Kleinasien. Leider verliert sich ab hier die Spur zu Barnabas, wir werden seinen Namen in der Apostelgeschichte nicht mehr lesen … und auch sonst schweigt die Bibel darüber, ob die beiden noch einmal zueinander gefunden haben.
Wir sehen: Streiten ist – und bleibt – menschlich, auch unter Christen kommt es zu Trennungen. Sicher haben wir ähnliches auch schon einmal in unseren Gemeinden erlebt? Aber dort, wo das Wort des Herrn verkündigt wird, wirkt Gottes Gnade – trotzdem! Paulus schreibt später an die Gemeinde in Ephesus: »Euer Zorn soll nicht dazu führen, dass ihr Schuld auf euch ladet! Lasst die Sonne nicht über euren Zorn untergehen. Gebt dem Teufel keinen Raum zum Wirken!« (vgl. Epheser 4,26-27) Und auch Johannes Markus scheint später noch einmal bei Paulus zu sein, als dieser seinen Brief an die Gemeinde in Kolossä verfasst (vgl. Kolosser 4,10). Aus einem Mitarbeiterpaar sind durch Gottes Gnade nunmehr deren zwei geworden – und am Ende lesen wir, dass die Gemeinden im Glauben gestärkt werden. Mehr noch: Das Evangelium wird nun sogar bis nach Europa kommen.
Gottes Gnade wirkt – trotzdem! Kennst du Geschichten, in denen Gott trotz unserer Menschlichkeit handelt? Wir dürfen schmunzeln: „Der Teufel hat sich wieder einmal zu früh gefreut.“ (Walter Lüthi)
Gott,
du Handelnder,
hilf mir, die Kraft deiner Gnade zu entdecken.
Du gehst deinen Weg
– mit und trotz unserer Menschlichkeit.
Dein Wort soll allen Völkern verkündet werden.
– und auch unsere Streitigkeiten hindern dich nicht.
Du willst, dass die Gemeinden im Glauben gestärkt werden.
Du benutzt Paulus und Barnabas
– und machst aus einem Paar deren zwei.
Hilf mir, auf dein „trotzdem“ zu hoffen.
Lass die Sonne nicht über unseren Zorn untergehen.
Ich möchte meine Geschwister stärken.
Amen.
9.46 | Jesus allein genügt.
Paulus und Barnabas in Jerusalem beim „Apostelkonzil“.
»Gott, der ja die Herzen kennt, hat das selbst bestätigt:
Er hat auch ihnen den Heiligen Geist gegeben – genau wie uns.
Er hat keinen Unterschied zwischen uns und ihnen gemacht.
Durch den Glauben hat er ihre Herzen von allen Sünden gereinigt.«
Apostelgeschichte 15,8-9 | BasisBibel
Die Tür zum Glauben ist für alle geöffnet. Diese Erfahrung machen Paulus und Barnabas nicht nur an vielen Orten ihrer Reise, sondern gerade auch in der Gemeinde der syrischen Hauptstadt Antiochia zeigt dies eine große Anzahl von Heiden, die direkt Christen werden. Manche Judenchristen geht dies zu weit. Sie erklärten den Brüdern: »Ihr müsst euch beschneiden lassen, wie es nach Mose Vorschrift ist. Sonst könnt ihr nicht gerettet werden.« Das heißt aber nun, dass nicht nur der Glaube an Jesus, sondern noch eine weitere Bedingung erfüllt werden muss, um „ganz“ dazuzugehören. Wir sehen, wie Menschen hier die Tür, die Gott selbst allen Völkern aufgetan hat, wieder schließen …
Das führt zu heftigem Streit. Schließlich werden Paulus und Barnabas nach Jerusalem geschickt, um dort bei den Apostel und den führenden Leuten der Urgemeinde für Klarheit zu sorgen. Dort wird eine Gemeindeversammlung (vgl. lateinisch auch: „Konzil“) einberufen.
Wir lesen Apostelgeschichte 15,1-35 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Wir entdecken: Die Bibel verheimlicht den Streit innerhalb der ersten Christen nicht – und nimmt uns mit hinein in das Ringen nach Lösungen. Es scheint ein Herzensanliegen, dass der Konflikt auf dem Gesprächsweg beigelegt wird. Die Aussprache ist offen und scharf. Petrus ergreift das Wort und erzählt, wie er selbst erlebt hat, dass Gott Heiden aufgenommen hat, ohne dass diese bestimmte Vorschriften aus dem Gesetz des Mose einhalten mussten. »Im Gegenteil: Wir glauben, durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet zu werden.« Jakobus verweist auf die alten Schriften: „Gerade weil Gott seinen Bund mit Israel erfüllt, indem er Jesus als Messias sandte, ist die Bundesfamilie nun ohne Unterschied für alle geöffnet worden.“ (N.T. Wright) Jesus allein genügt. Allerdings soll bei grundsätzlicher Freiheit um der Liebe willen auch auf die Gefühle derer, die vom Judentum herkommen, Rücksicht genommen werden. Am Ende steht keine Spaltung, sondern Bestärkung im Glauben.
Jesus allein genügt. Wo gibt es heute in unseren Gemeinden darum Streit und Konflikte? Beten wir für Mut und Geduld, um nach gemeinsamen Lösungen zu ringen.
Gott,
du Einender,
hilf mir, auch in Konflikten auf dich zu schauen.
Du verbindest unterschiedliche Menschen miteinander.
Du bringst die verschiedenen Parteien an einen Tisch.
Du schenkst große Freiheit
– und forderst Geduld und liebvolles Handeln.
Dich werden die Menschen aus allen Völkern suchen.
Alle Menschen sind dein Eigentum.
Wir glauben, durch die Gnade Jesu gerettet zu werden.
Hilf mir, meine Geschwister in Jesu anzunehmen.
Lass mich in deiner Kirche mutig Brücken bauen.
Ich möchte den Glauben an dich stärken.
Amen.
8.46 | Die Tür zum Glauben ist offen.
Paulus und Barnabas reisen zurück nach Antiochia.
Nach ihrer Ankunft riefen sie die Gemeinde zusammen.
Sie berichteten, was Gott durch sie getan hatte:
»Er hat den Menschen aus den anderen Völkern
die Tür zum Glauben geöffnet.«
Apostelgeschichte 14,27 | BasisBibel
Wir erinnern uns: Die Gemeinde in Antiochia hatte Barnabas und Paulus ausgesendet (vgl. Apostelgeschichte 13,1-3). Nun berichtet Lukas, wie die beiden wieder dorthin zurückreisen und von ihren Erlebnissen berichten.
Wir lesen Apostelgeschichte 14,21-28 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Ich staune beim Lesen: Die Tür zum Glauben ist offen – für jede und jeden. Paulus und Barnabas haben festgestellt, dass überall auf ihrer Reise Menschen zu dieser Tür hineingegangen sind. Juden und Heiden, ja besonders denjenigen aus den anderen Völkern hat der Heilige Geist die Herzen geöffnet. Sie haben das Evangelium von Jesus gehört und sind Christen geworden. Welch ein Wunder, welch eine Freude!
Genauso wundersam werden die beiden Apostel auf ihrem Heimweg vom Heiligen Geist geführt – anstatt die kürzeste und sichere Route über Land zu nehmen, reisen sie fast genauso zurück, wie sie gekommen sind. Von Derbe nach Lystra, wo Paulus gesteinigt wurde. Aus Ikonion und Antiochia in Pisidien mussten sie fliehen. Trotz aller Gefahren, ist es ihnen wichtig, die dortigen neuen Gemeinden zu stärken. Überall machten sie den Jüngern Mut und ermahnten sie unbeirrt am Glauben festzuhalten. »Nach Gottes Plan werden wir durch große Not hindurch schließlich in das Reich Gottes gelangen.« In jeder Gemeinde ließen sie Älteste wählen. Dann beteten sie und fasteten. So vertrauten sie die Gemeinden dem Herrn an, an den diese nun glaubten.
Die Tür zum Glauben ist offen. Diese Botschaft gilt heute besonders denen, die darunter leiden, dass sie gerade nicht glauben können … denen, die Mühe mit dem Bibellesen haben und denen, die sich mit dem Beten schwer tun. „Ihnen, den Verschlossenen, rufen Paulus uns Barnabas jetzt zu: Verliert doch die Geduld mit euch selber nicht! Gebt doch diesem gottlosen Verleider nicht Raum! Klopfet doch unverdrossen weiter an die Tür, so wird euch aufgetan.“ (Walter Lüthi) Die Tür zum Glauben ist offen – beten wir für diejenigen, die den Eindruck erwecken, für’s Himmelreich verschlossen zu sein. Die Tür zum Glauben ist offen – auch für dich und mich! Gott ist und bleibt am Werk – auch bei und mit dir!
Gott,
du Handelnder,
hilf mir, deinen Plan für diese Welt zu entdecken.
Durch große Not hindurch gelangen wir in dein ewiges Reich.
Menschen lassen sich von dir ansprechen.
Paulus und Barnabas verkünden die Gute Nachricht
und stehen dabei unter deinem Schutz.
Du öffnest jeder und jedem die Tür zum Glauben.
Dein Heiliger Geist verändert die Herzen.
Du kümmerst dich um deine Gemeinden.
Hilf mir, deiner Gnade zu vertrauen.
Lass mich durch die Tür des Glaubens gehen.
Ich möchte über dein Wirken staunen.
Amen.
7.46 | Vertraue dem lebendigen Gott!
Paulus und Barnabas in Ikonien und Lystra.
»Wendet euch dem lebendigen Gott zu!
Er hat den Himmel gemacht,
die Erde und das Meer geschaffen
mit allem, was darin ist …
Vom Himmel her gibt er euch Regen
und lässt die Ernte reifen.
Er schenkt euch Nahrung
und erfüllt euer Herz mit Freude.«
Apostelgeschichte 14,15-17 | BasisBibel
Die Reise der Apostel geht weiter. Sie ziehen durch einzelne Städte in Galatien. Viele Menschen kommen durch ihre Predigt zum Glauben – aber die beiden werden auch immer wieder mit Neid, Spaltung und Angriffen konfrontiert.
Wir lesen Apostelgeschichte 14,1-20 (zum Beispiel in der BasisBibel).
In Ikonion zieht es Paulus und Barnabas wieder in die Synagoge. Die Botschaft kennen wir schon: „Die alten Verheißungen Gottes erfüllen sich gerade in und durch Jesus, den Messias, für Israel und daher für die ganze Welt.“ (N.T. Wright) Es regt sich Widerstand, aber die Apostel lassen sich nicht aufhalten: Im Vertrauen auf den Herrn verkündeten sie unerschrocken die Botschaft von der Gnade Gottes. Der Herr bestätigte die Botschaft, indem er durch Paulus und Barnabas Zeichen und Wunder geschehen ließ.
Von Zeichen und Wunder lesen wir dann konkret, als Paulus in der kleinasiatischen Stadt Lystra einen Gelähmten heilt. Es scheint, dass Paulus zum ersten Mal einer rein heidnischen Zuhörerschaft gegenüber steht, eine Synagoge wird nicht erwähnt. Dieser Mann war unter den Zuhörern, als Paulus redete. Paulus blickte den Gelähmten an. Er sah den Glauben des Mannes, der fest darauf vertraute, geheilt zu werden. Da rief er laut: »Stell dich auf deine Beine – gerade und aufrecht!« Da sprang der Gelähmt auf und tat die ersten Schritte. Die Menge ist so überrascht, dass sie die Apostel für griechisch-römische Götter hält. Paulus stellt scharf klar: Das ist Unfug! Wendet euch von diesen nutzlosen heidnischen Götzen ab und vertraut vielmehr dem lebendigen Gott. Dieser meint es gut mit euch – und allen Menschen! Aber die Botschaft wird nicht angenommen, im Gegenteil: Paulus wird von der Menge gesteinigt – aber es passiert ihm auf wundersame Weise nichts.
»Wendet euch dem lebendigen Gott zu … Er erfüllt euer Herz mit Freude.« Diese Worte von damals gelten auch uns heute. Wir sind gefragt: Vertraue ich tatsächlich auf Gottes Eingreifen? Wird der Glaube des Gelähmten aus Lystra dir zum Vorbild? Lässt du dich von dem Mut und der Freude der Apostel für die Verkündigung des Evangeliums anstecken? Glaube daran: Gott tut auch Gutes an dir!
Gott,
du Lebendiger,
hilf mir, die Botschaft deiner Gnade neu zu hören.
Menschen kommen zum Glauben an dich.
Deine Boten verkünden diese Gute Nachricht
– in Wort und Tat,
mutig und unerschrocken.
Du rettest den Kranken und machst den Gelähmten gesund.
Du hast den Himmel und die Erde geschaffen.
Du schenkst Nahrung und Freude.
Hilf mir mich neu nach dir auszurichten.
Ich wende mich dir zu.
Auf dein Handeln vertraue ich.
Amen.
6.46 | Schau auf Jesus.
Paulus predigt in Pisidien.
»Brüder und Schwestern, das sollt ihr wissen:
Durch Jesus wird euch
die Vergebung eurer Sünden angeboten.
Das Gesetz des Mose hatte nicht die Kraft,
euch vor Gott gerecht zu machen.
Aber durch Jesus wird jeder, der glaubt,
vor Gott als gerecht dastehen.«
Apostelgeschichte 13,38+39 | BasisBibel
Auf Zypern erleben Paulus und Barnabas, wie der Heilige Geist zu neuem Leben befreit. Beim Lesen der Apostelgeschichte fällt auf, dass seit dem Aufenthalt auf der Mittelmeerinsel Lukas vom Namen „Saulus“ zum Namen „Paulus“ wechselt, wenn er vom Handeln des Apostels erzählt. Paulus nutzt nun im Kontakt mit den heidnischen Völkern seinen griechisch-römischen Namen, der mit „der Kleine“ übersetzt werden kann. „Paulus meint es ernst und wollte die Botschaft in die weite Welt hinaustragen. Wer sogar seinen eigenen Namen ändert, zeigt an, dass es ihm wirklich ernst ist.“ (N.T. Wright) Ferner scheint die Führung von Barnabas auf ihn überzugehen, wird Paulus nun zuerst genannt. Die beiden ziehen weiter, mit dem Schiff Richtung Galatien (in die heutige Türkei) …
Wir lesen Apostelgeschichte 13,13-52 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Uns begegnet hier die erste ausführliche Predigt des Paulus. Er malt seinen Zuhören den gekreuzigten und auferstanden Christus vor Augen: »Sie fanden nichts, wofür Jesus den Tod verdient hätte. Dennoch forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung. Damit hatten sie alles getan, was in der Heiligen Schrift über Jesus vorhergesagt ist. Danach nahmen sie ihn vom Holzbalken ab und legten ihn ins Grab. Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Viele Tage lang zeigte Jesus sich denen, die mit ihm von Galiläa nach Jerusalem gezogen waren.« Die Botschaft des Paulus lautet: „Die Welt soll nicht mehr auf einen Retter, Israel nicht mehr auf einen König warten, denn dieser ist bereits da gewesen: Jesus Christus ist der König der Juden und Retter der Welt. Wer an diesen glaubt, wird gerecht. Was das Gesetz des Mose nicht vermochte, das bietet Christus an: Vergebung der Schuld und Leben, das ewig ist.“ (Walter Lüthi)
Dabei spricht Paulus zuerst er am Sabbat in der Synagoge, wendet sich dann aber den Menschen aus den anderen Völkern zu … – und so sind auch wir heute eingeladen: Schau auf Jesus! ER ist der auferstandene Herr. ER bringt Vergebung der Sünden. ER macht den gerecht, der glaubt. SEINE Botschaft breitet sich aus. Auch noch in unseren Tagen. Es gibt Rettung für dich und mich. Lasst uns in diesem Glauben froh sein.
Gott,
du dich in Jesus anbietender,
hilf mir, deine Geschichte mit Israel im Lichte Jesu zu sehen.
Du hast dir ein Volk erwählt,
– es mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt.
Auf König Saul folgte David, dann viele Jahre später endlich Jesus
– König der Juden und Retter der Welt.
Durch Jesus wird uns die Vergebung unserer Sünden angeboten.
Jeder, der glaubt, wird durch IHN als gerecht dastehen.
Auf deine Gnade wollen wir uns verlassen.
Hilf mir diese Botschaft anzunehmen.
Ich schaue auf Jesus.
Dich will ich voll Freude loben und preisen.
Amen.
5.46 | Du darfst frei sein!
Barnabas und Paulus auf Zypern.
Saulus, der auch Paulus heißt,
nahm Elymas fest in den Blick.
Erfüllt vom Heiligen Geist, sagte er:
»Du bist voll List und Tücke,
du Sohn des Teufels und Feind aller Gerechtigkeit.
Willst du nicht endlich aufhören,
die klaren Anweisungen des Herrn zu verdrehen?«
Apostelgeschichte 13,9+10 | BasisBibel
Barnabas und Paulus sind von der Gemeinde in Antiochia ausgesendet. Der Heilige Geist ist am Werk. Er schickt die beiden auf Reise. Die beiden werden geführt. Was ist ihre Mission?! Sie sollen auf Christus, den Retter und Herrn der Welt zeigen. ER hat alles in der Hand. ER schenkt Freiheit zum Leben.
Wir lesen Apostelgeschichte 13,4-12 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Die erste Missionsreise führt Paulus und seine Begleiter zu Beginn nach Zypern. Barnabas stammt von der Insel. Hier gibt es viel Handel, viele Juden und einen römischen Stadthalter mit Namen Sergius Paulus. „Diesem einen dürfen Barnabas und Saulus im Auftrag des Herrn der Welt jetzt das Heil bringen. Wie das zugeht, ist sonderbar. Schon die bloße Tatsache, dass die drei fremden Sendboten überhaupt an diese höchststehende Persönlichkeit der ganzen Insel herankommen, ist ja alles andere als selbstverständlich. Aber Gott fügt es so.“ (Walter Lüthi)
Der Stadthalter hatte Barnabas und Saulus zu sich rufen lassen, um das Wort Gottes zu hören. Wir entdecken hier nun zweifaches: Wo Menschen sich dem Wort Gottes öffnen, gibt es Widerstand. Aber Elymas, das bedeutet Zauberer – wie sich Barjesus auf Griechisch nannte – trat ihnen entgegen. Aber der Heilige Geist lässt nicht aufhalten, handelt, damit Menschen zum Glauben kommen, zugerüstet werden und frei leben können. Elymas wird durch das Wort des Paulus bestraft – und der römische Statthalter lässt sich durch das offensichtliche Eingreifen Gottes ansprechen. „So wie der Vorgang hier erzählt wird, hat es ganz den Anschein, als ob es Christus gerade nur auf diesen Sergius Paulus abgesehen hätte, das heißt auf die Befreiung des Hofes vom Bann des Barjesus.“ (Walter Lüthi)
Welche eine Botschaft: Du darfst frei sein! Der Heilige Geist wirkt auch heute noch in dieser Welt. Wo du belastet und „unfrei“ bist – vertraue darauf: Christus ist der Herr und Retter, auch deines Lebens. ER greift ein, ER schenkt neues Leben, Freiheit von bösen Mächten und Kräften. Lass dich heute neu von dieser Geschichte ansprechen. Komm zum Glauben. Wende dich IHM zu.
Gott,
du Befreiender,
hilf mir, die Kraft des Heiligen Geistes zu entdecken.
Du schickst Menschen auf den Weg
– um von dir Zeugnis zu geben.
Du siehst den, der nach dir fragt
– um dein Wort zu hören.
Dein Heiliger Geist befreit von dunklen Mächten.
Dabei lässt du dich nicht aufhalten.
Du schenkst Freiheit zum Leben.
Hilf mir dieses Leben neu zu leben.
Ich darf frei sein.
Ich will neu glauben und mich dir zuwenden.
Amen.
4.46 | Dienet dem Herrn!
Barnabas und Paulus werden ausgesendet.
Einmal fasteten sie für einige Zeit
und widmeten sich ganz dem Gebet.
Da sprach der Heilige Geist zu ihnen:
»Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei,
zu der ich sie berufen habe.«
Apostelgeschichte 13,2 | BasisBibel
In Antiochia gibt es eine Neuheit, die es bis vor kurzem nicht gegeben hat. Es existiert hier nun eine Christengemeinde. Und hier wird eine Kollekte zur Unterstützung für die Gemeinde in Jerusalem gesammelt, die Gaben werden durch Barnabas und Paulus dorthin gebracht.
Dort erleben die beiden, wie Petrus durch König Herodes gefangen genommen und auf wundersame Weise durch den Engel des Herrn befreit wird. Der Herr beschützt die Seinen. Schließlich kommen Barnabas und Paulus wieder nach Antiochia zurück.
Wir lesen Apostelgeschichte 12,24-13,3 (zum Beispiel in der BasisBibel).
In der interkulturellen Gemeinde gibt es bunte Typen (aus Zypern, Kyrene und Afrika) mit „Lebensbrüchen“ (von Herodes zu Christus), die als Propheten und Lehrer vorgestellt werden. „‚Lehrer‘ werden solche sein, die das Alte Testament auslegen können … ‚Propheten‘ sind solche, die in bestimmten Situationen und Entscheidungen aus der Vollmacht des Geistes heraus ganz konkrete Ratschläge, Mahnungen und Befehle geben können.“ (Walter Lüthi) Später schreibt Paulus an die Epheser: »Und Jesus selbst hat jedem eine besondere Gabe geschenkt: Die einen hat er zu Aposteln gemacht. Andere zu Propheten oder zu Verkündern der Guten Nachricht. Und wieder andere zu Hirten oder Lehrern.« (vgl. Epheser 4,11) Wir dürfen heute persönlich fragen: Mit welchen Gaben diene ich der Gemeinde?
Wir hören noch mehr: Die Gemeinde fastet für einige Zeit und widmet sich ganz dem Gebet. Da spricht der Heilige Geist. Im Griechischen heißt es: „Als sie Gottesdienst hielten dem Herrn.“ Die Gemeinde dient dem Herrn – und der Geist weitet den Blick: Die christliche Gemeinde ist größer als die Kirche vor Ort. Am Ende steht die Aussendung durch Gebet und Segen von Barnabas und Saulus.
Dienet dem HERRN mit Freuden! (Psalm 100,2 – Luther) Schau auf IHN. Gottes heilige Geistkraft zeigt dir und deiner Gemeinde Menschen neu: Wen kann der Herr aus eurer Gemeinde anders gebrauchen? Wer ist bei euch schon „ausgesendet“? Bete für diese Personen.
Gott,
du Weltumspannender,
hilf mir, die Weite deiner Gemeinde zu entdecken.
Du verbindest Menschen aus allerlei Ländern
– und unterschiedlichen Kulturen.
Du gibst jede und jedem unterschiedliche Gaben
– zum Dienst in der Gemeinde.
Deine Gemeinde ist größer als die Kirche vor Ort.
Deine heilige Geistkraft öffnet den Blick in die Weite.
Du sendest in die Welt.
Hilf mir zum Fasten und Gebet.
Dir und deiner Gemeinde will ich dienen.
Zeig mir, für wen ich heute beten kann.
Amen.
3.46 | Die Christen helfen einander.
Barnabas holt Paulus nach Antiochia.
Da beschlossen die Jünger in Antiochia,
die Brüder und Schwestern in Judäa zu unterstützen.
Jeder sollte so viel geben, wie er konnte.
Das taten sie und schickten ihre Gaben
durch Barnabas und Saulus an die Gemeindeältesten in Jerusalem.
Apostelgeschichte 11,29+30 | BasisBibel
Jesus verändert Paulus – vom Christenverfolger zum Zeugen des Evangeliums: Er trat nun auch hier unerschrocken im Namen des Herrn auf. (vgl. Apostelgeschichte 9,28) Und dann lesen wir, dass Paulus nach seinem Besuch in Jerusalem (laut Galater 1,18 wohnt er „fünfzehn Tage“ bei Petrus) in seine Heimatstadt Tarsus reist … In der Bibel finden wir aus dieser Zeit keine Notizen. Wir fragen trotzdem: Schickt Gott ihn erstmal nach Hause, um dort anzufangen, wo die Leute ihn kennen? „Die stille Revolution des Auferstandenen ist im Gang.“ (Walter Lüthi)
Die Apostelgeschichte richtet ihren Blick in dieser Zeit darauf, uns zu erzählen, dass Petrus und die Urgemeinde erleben: Die Gute Nachricht findet den Weg auch zu denen, die nicht direkt zum Volk Israel gehören (vgl. Apostelgeschichte 9,31-11,19). So wird die Mission des Paulus vorbereitet …
Wir lesen Apostelgeschichte 11,19-30 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Eine Mutmachgeschichte! Die Gemeinde Jesu wächst. Das Evangelium berührt Menschen, weil Gott wirkt. Der Herr stand ihnen bei. Viele Menschen kamen zum Glauben und nahmen Jesus als ihren Herrn an.
Antiochia war neben Rom selbst und Alexandria die drittgrößte Stadt des Römischen Reiches. Hier passiert es, dass die Jesus-Bewegung ihren eigenen Namen bekommt. N.T. Wright schreibt: „Und wie wir schon viele Male gesehen haben, war ‚Christus‘ das griechische Wort für ‚Messias‘, ‚der Gesalbte‘, ‚Gottes gesalbter König‘. Die Nachfolger Jesu dachten und sprachen auf eine solche Weise, dass man sie als ‚des Königs Leute‘ betrachtete, ‚Messianisten‘, Christen.“
Wir sehen noch mehr: Barnabas begleitet die Gemeinde und holt sich auch Paulus zur Hilfe. Welch ein Segen, welche eine Gnade, wenn Geschwister im Glauben gemeinsam unterwegs sind. Und der Heilige Geist ist am Werk. In der Hungersnot helfen sich die Christen untereinander.
Die Christen helfen einander. Jeder sollte so viel geben, wie er konnte. Mich begeistert, was ich hier lese. Und auch wir sind mit hineingenommen: Welche Geschwister brauchen unsere Unterstützung, unser Gebet? Wem kannst du heute konkret helfen? Handeln wir als Christen, als des Königs Leute. Handeln wir in Liebe.
Gott,
du Königsherrscher,
hilf mir, mich an deiner Gemeinde zu erfreuen.
Menschen verkünden die Gute Nachricht von Jesus
– du stehst ihnen bei.
Menschen kommen zum Glauben
– du veränderst sie zur Liebe.
Dein Heiliger Geist wirkt zum Helfen.
Du zeigst uns, wir anderen dienen können.
Du stellst uns in eine Gemeinschaft.
Hilf mir, als Christ zu handeln.
Mache mich zu „des Königs Leuten“.
Zeig mir, wem ich heute helfen kann.
Amen.
2.46 | Jesus ist der Sohn Gottes.
Paulus erzählt sofort von Christus.
Er (Saulus) ging gleich in die Synagoge
und verkündete dort:
»Jesus ist der Sohn Gottes.«
Apostelgeschichte 9,20 | BasisBibel
Die Begegnung mit Jesus ändert für Paulus alles. Zuerst das klare Ziel vor Augen, die Jünger des Herrn zu verfolgen, wird er im Lichte Jesu drei Tage lang blind (vgl. Apostelgeschichte 9,9). Können wir sagen: Gott arbeitet an ihm? Erfüllt vom Heiligen Geist, fällt es Paulus nun „wie Schuppen von den Augen“ und er kann wieder sehen. In der Gemeinschaft mit den Jüngern kommt er wieder zu Kräften. Dann heißt es: Er ging gleich in die Synagogen und verkündete dort: »Jesus ist der Sohn Gottes.«
Wir lesen Apostelgeschichte 9,19-30 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Ich staune: Der, der eben noch die Jünger Jesu mit großen Eifer verfolgt, tritt nun in Damaskus – und dann (laut Galater 3,18 „erst drei Jahre später“) auch in Jerusalem – unerschrocken im Namen von Jesus auf. Welch große Wunder wirkt unser Gott! An die Gemeinde in Korinth schreibt Paulus später: »Wenn jemand zu Christus gehört, gehört er schon zur neuen Schöpfung. Das Alte ist vergangen, etwas Neues ist entstanden! Das alles kommt von Gott. Durch Christus hat er uns mit sich selbst versöhnt. Er hat uns sogar den Dienst übertragen, die Versöhnung zu verkünden. Ja, in Christus war Gott selbst am Werk, um die Welt mit sich zu versöhnen …« (vgl. 2. Korinther 5,17-19) Diese Botschaft trägt Paulus nun in die Welt hinaus – zuerst in die Versammlungsstätten der jüdischen Gemeinden, dann zu allen Menschen und Völkern. Jede und jeder soll diese gute Nachricht erfahren. Dabei lässt sich der Apostel trotz großer Bedrohungen nicht mehr aufhalten …
Gleichzeitig erleben wir, wie sich die Gemeinde Jesu umeinander kümmert. Zuerst ist es Hananias, nun Barnabas, der sich dem Paulus annimmt, ihn unterstützt und Türen öffnet – auch zu denen, die die Veränderung des Paulus noch nicht greifen können.
»Jesus ist der Sohn Gottes.« „Wir stellen hier das erste Mal in der Apostelgeschichte fest, wie sich auf Jesus mit dem Titel bezogen wird, der zum Standard der frühen Christenheit wurde.“ (N.T. Wright) Auch wir sind heute gefragt: Wer ist Jesus für mich? Welchen Titel gebe ich ihm? Was erzähle ich anderen von Jesus? Was motiviert mich, was hindert mich? Lassen wir uns von Paulus anstecken.
Gott,
du Wundersamer,
hilf mir, über deine Veränderungskraft zu staunen.
„Jesus ist der Sohn Gottes.“
– so verkündet es Paulus nun.
Du stellst ihm Menschen zur Seite
– und kümmerst dich so um die deinen.
In Christus bist du selbst am Werk.
Du rechnest uns unsere Verfehlungen nicht an.
Diese gute Nachricht gilt allen.
Hilf mir, darauf zu vertrauen.
Lass mich Christus erkennen.
Zeig mir, wer dein Sohn Jesus ist.
Amen.
1.46 | Lebe neu – mit Christus!
Paulus begegnet Jesus.
»Saul, Saul, warum verfolgst du mich?«
Er fragte: »Wer bist du, Herr?«
Die Stimme antwortete: »Ich bin Jesus, den du verfolgst.
Doch jetzt steh auf und geh in die Stadt.
Dort wirst du erfahren, was du tun sollst.«
Apostelgeschichte 9,4-6 | BasisBibel
Der Apostel Paulus. Ein jüdischer Schriftgelehrter und römischer Bürger, geboren in Tarsus, einer Stadt in Kleinasien (in der heutigen Türkei). Wir kennen ihn durch seine Briefe und den Berichten in der Apostelgeschichte. Dort wird er zuerst mit seinem hebräischen Namen Saulus (nach dem ersten König des Volkes Israel) genannt.
Paulus ist klug und gebildet, spricht mehrere Sprachen – und verfolgt die ersten Christen mit fanatischem Eifer. Diese verkündigen den gekreuzigten und auferstandenen Jesus als den von Gott geschickten „Messias“ (den gesalbten König und Christus), als den Sohn Gottes – für Paulus ein Skandal! Als Zeuge hat er Gefallen an der Steinigung des Stephanus (vgl. Apostelgeschichte 7+8). An die Gemeinden in Galatien schreibt er später rückblickend: »Ihr habt doch gehört, wie ich früher als gesetztestreuer Jude meinen Glauben gelebt habe. Mit aller Kraft habe ich die Gemeinde Gottes verfolgt und wollte sie vernichten … Aber Gott hatte mich schon im Mutterleib ausgewählt und in seiner Gnade berufen. Er hatte beschlossen, mir seinen Sohn zu offenbaren. Bei allen Völkern sollte ich ihn bekannt machen.« (vgl. Galater 1,13-16)
Wir lesen Apostelgeschichte 9,1-19 (zum Beispiel in der BasisBibel).
Auf dem Weg nach Damaskus erscheint plötzlich ein helles Licht, Paulus hört die Stimme Jesu: »Saul, Saul, warum verfolgst du mich?« Diese Begegnung verändert alles. Gott spricht – und Paulus ist tief im Inneren berührt. Wir sehen: „Wenn ein Menschenleben anfängt, sich nach dem auferstandenen Christus zu richten, dann wird dieses Leben bekehrt, ganz wörtlich umgekehrt, verändert.“ (Walter Lüthi) Paulus ist nun berufen, das Evangelium unter den Völkern des römischen Reiches bekannt zu machen. Christus: König der Juden und Retter der Welt!
Lebe neu – mit Christus! Jesus kann alles ändern. Er wird selbst mit dem fertig, der ihn und die Seinen verfolgt. Ein Neubeginn ist möglich – damals für Paulus. Wie viel mehr dann auch für dich und mich heute. Wie sieht dieser Neubeginn konkret aus? Paulus betet, wird durch Hananias gesegnet und lässt sich taufen. Nimm dir Zeit für ein Gebet. Vielleicht erinnerst du dich an deine Taufe? Sei gewiss: Auch du gehörst zu SEINER Gemeinde.
Gott,
du Licht der Welt,
hilf mir, deine Macht und Herrlichkeit neu zu entdecken.
Du sprichst durch Jesus
– und veränderst den Getriebenen.
Du gehst auf Paulus zu
– und schenkst ihm die Erkenntnis:
Jesus ist der Christus, der auferstandene Herr.
Das sollen alle Völker erfahren.
Ein Neuanfang ist möglich.
Hilf mir, mich neu von dir ansprechen zu lassen.
Lass mich über dein Handeln staunen.
Kehre mich um zu dir.
Amen.