Gemeinsam! | Tagebuch zur Fußball-Weltmeisterschaft

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Gemeinsam! | Tagebuch zur Fußball-Weltmeisterschaft

Als großer Fußballfan kommt mir vor einigen Wochen eine Idee. Ich schreibe in diesem Sommer rund um die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 meine Gedanken auf – und vermische sie hier und dort mit einigen Glaubensimpulsen. Jeder „Tagebucheintrag“ endet mit einem kurzen Gebet. Die einzelnen Texte teile ich sowohl auf meinem persönlichen Facebook- als auch Instagram-Account sowie unter @evangelisch.in.balve … die ersten beiden Impulse findet ihr auch hier:

„Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit …“

27. Mai 2026 | Wir schreiben den 27. Mai. Das Wetter ist seit einigen Tag herrlich sommerlich. Abends bin ich mit dem Fahrrad unterwegs, zwischen Wald und Wiesen mache ich eine kurze Pause … und denke an den Choral von Paul Gerhardt: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit …“ Was wird dieser Sommer bringen?

Als Fußballfan steht mir die „FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026“ vom 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA vor Augen. Unsere Nationalmannschaft hat sich heute zur Vorbereitung getroffen. Und solch ein großes Sportereignis hat die Kraft ganz eigene Impulse zu setzen.

Gerne erinnere ich mich an die WM 2006 hier in Deutschland. Vor zwanzig Jahren hieß es: „Die Welt zu Gast bei Freunden.“ Damals ist unser Land ein Stück näher zusammengerückt. Schwarz-rot-gelbe Fahnen überall, dazu viele fröhliche Gesichter und Begegnungen. Ein Land, das seine Gäste herzlich und friedlich aufgenommen hat. Und diese Zeit hat auch sportlich den Grundstein für den Weltmeistertitel 2014 gelegt.

Heute ist vieles anders: Unsere Mannschaft gehört nicht wirklich zum engen Favoritenkreis. Auch von Zusammenhalt und Aufbruch ist in der Gesellschaft wenig zu spüren. Weltpolitisch gibt es eine Krise nach der nächsten, die USA ist im Krieg mit dem Iran, beide Nationen nehmen an der WM teil. Die FIFA als Veranstalter ist korrupter und „geldgeiler“ denn je …

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.“ Mir kommt eine Idee: Wie wäre es, wenn ich diese Weltmeisterschaft nutze, um all meine Gedanken regelmäßig vor Gott abzulegen? ER versorgt uns, ER hält diese Welt in seiner Hand. Wie wäre es, wenn so ein kleines „Tagebuch“ entsteht – rund um den Fußball und mit Glaubensimpulsen und Gebeten?

Ich schwinge mich wieder auf mein Fahrrad, diese Idee nehme ich mit … und bete:

Guter Gott,
Schöpfer dieser Erde,
zeige dich in diesem Sommer
– wirke du im Großen wie im Kleinen,
an uns persönlich, und auch in unserem Land und dieser Welt.
Herr, erbarme dich!
Amen.  

„LET’S GO“

1. Juni 2026 | Ein Tagebuch zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 – mit Gedanken und Glaubensimpulsen … seit einigen Tagen denke ich ernsthaft darüber nach, all das schriftlich festzuhalten, was mich rund um dieses sportliche Großereignis beschäftigt. Nun fand gestern Abend das letzte Testspiel unserer deutschen Nationalmannschaft vor den Abflug in die USA statt. 

Wir haben uns vor einiger Zeit Tickets für das Spiel in Mainz besorgt. Morgens sind wir noch zu Gast im ZDF Fernsehgarten, abends sitzen wir dann im Stadion auf Höhe der Mittellinie, gegenüber der Haupttribüne – und haben eine tolle Sicht auf das Geschehen.

Zu Beginn präsentiert die Heimkurve eine Choreographie: Auf schwarz-rot-goldenem Hintergrund wird ein Plakat hochgezogen, das die Umrisse einiger Spieler zeigt, darunter steht der Schriftzug „LET’S GO“. Ich mag Choreos in Fußballstadien. Im Laufe meines Fanlebens habe ich viele solcher Aktionen selbst mit geplant und gestaltet. Natürlich erkenne ich direkt: Selbst gemalt und gebastelt ist hier nichts … – ganz anders als dort, wo Fans voller Emotionen und Leidenschaft ihre Liebe zum eigenen Fußballverein präsentieren.

„LET’S GO“ Unsere Nationalmannschaft schießt sich für das Turnier ein und gewinnt locker 4:0 gegen Finnland. Schon vor 2014 gab es im letzten Test ein Schützenfest – damals übrigens auch in Mainz.

„LET’S GO“ Diese Botschaft bewegt mich. Da ist noch mehr. Auch wir sind gefragt: Welche Emotionen und Leidenschaft habe ich für unser Land? Wo bringe ich mich in unserer Gesellschaft ein? Ich möchte fast sagen: Es ist oft, wie gestern mit der Choreo in Mainz – nette Idee, aber es fehlt an „Echtheit“. Von oben wird alles arrangiert, aber es fehlt die eigene Leidenschaft. Deutschland braucht in diesen Zeiten wieder mehr Menschen, die sich für ein weltoffenes Miteinander, für Demokratie und in der Nachbarschaft engagieren.

„LET’S GO“ Und ich denke dankbar an alle, die mir zum Vorbild werden und in unserem Land Verantwortung übernehmen. Ich bete:

Guter Gott,
danke für Ärzte und Pflegekräfte,
Diakonie und Caritas,
Politiker und Lehrkräfte,
Engagierte in Sportvereinen und Feuerwehren.
„LET’S GO“
Zeige auch mir, wo ich mich heute und morgen einbringen kann.
Amen.

Fortsetzung unter @evangelisch.in.balve auf Instagram.

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