02/03/2026 0 Kommentare
Andacht zur Monatslosung März
Andacht zur Monatslosung März
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Andacht zur Monatslosung März
Der Vorsitzender unseres Presbyteriums, Lars Beuter, freut sich, dass er seine Gedanken zur Monatslosung aus Johannes 11,35 („Da weinte Jesus.“) mit uns teilen kann.
Es segne und beschütze Sie Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
„Jesus weint!“- Kürzer kann man einen vollständigen Satz im Deutschen nicht schreiben. Subjekt und Verb, mehr bedarf es nicht.
Aber was sagt dieser kurze Satz nicht alles aus? Jesus beweint seinen Freund Lazarus, der schwer erkrankt war und verstorben ist. Lazarus hinterlässt zwei Schwestern: Martha und Maria.
Martha ist Jesus entgegengelaufen, um ihn zu bitten sich zu beeilen. Während sie noch mit Jesus spricht, verstirbt Lazarus daheim. Er wird gereinigt, neu eingekleidet und aufgebahrt.
Viele Nachbarn, Freunde und Verwandte waren gekommen, um sich von Lazarus zu verabschieden. Bethanien war ein kleines Dorf, in der Nähe Jerusalems, dem kulturellen Zentrum Judäas.
Jeder kannte dort jeden, eine Bestattung war ein gesellschaftliches Ereignis, eine Gelegenheit die harte Arbeit in der Landwirtschaft ruhen zu lassen und einander beizustehen.
Doch Jesus ist zu spät gekommen und sieht sich gleich den Vorwürfen von Maria, der anderen Schwester ausgesetzt: „Warum kommst du erst jetzt? Wärst du eher gekommen, würde Lazarus noch leben“.
Jesus sieht wie traurig die Schwestern und die anderen Leute sind, und lässt sich den aufgebahrten Lazarus zeigen. Auch er ist selbst tief ergriffen und weint über dessen Tod. Für Jesus war Lazarus wie ein Bruder, ein Teil der Familie.
Denn er definiert Familie nicht nach Abstammung oder Genetik, sondern nach Einstellung. Sein Bruder oder seine Schwester ist, wer nach Gottes Geboten lebt. So weist Jesus seine leibliche Mutter und seine Geschwister nach Matthäus 12,46-48 recht rüde von sich, doch erklärt es seine persönliche tiefe Trauer. Lazarus und seine Schwestern standen ihm sehr nahe.
Überhaupt liegen Jesus Trauernde am Herzen. Er spricht sie bei der Bergpredigt direkt an und verspricht ihnen den Trost, den nur Gott geben kann.
Hier zeigt sich Jesus von seiner menschlichen Seite. Er ist in diesem Moment nicht der Herr über Leben und Tod. Sondern einfach ein Mann, der aufgrund des Todes eines geliebten Menschen trauert.
Wer hat nicht schon selbst solch einen Verlust erdulden müssen. Egal, ob Vater, Mutter, ein Geschwisterteil oder Freund, es tut immer weh, jemanden „gehen zu lassen“. Ohne diesen einen Menschen weiterleben zu müssen.
Aber ist es nicht tröstlich, zu wissen, dass auch Jesus trauert? Jesus kennt alle unsere Empfindungen, er hat sie allesamt selbst erlebt. Daher können wir uns mit all unserem Leid an ihn wenden, und ihm „unser Herz ausschütten“. Bei ihm ist es gut aufgehoben, und stößt „nicht auf taube Ohren“. Geduldig hört er sich unser Klagen an. Auch dann, wenn wir uns wiederholen. Er weiß, wie wir uns fühlen, was uns beschäftigt und uns „nachts nicht schlafen lässt“.
Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn er weckt Lazarus vom Tode auf. Weil Jesus dies vermag und auch selbst nach seinem Tod auferstand, dürfen wir darauf hoffen, alle, die uns vorausgehen mussten, in Gottes Reich wiederzusehen.
Ich wünschen Ihnen allen diesen festen Glauben daran.
Herzlichst,
Ihr Lars Beuter
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