Worte in den Tag - für Freitag, den 10.04.2020 - Karfreitag

Spruch zu Karfreitag

"Gott hat seine einzigen Sohn geopfert. So sehr hat er die Welt geliebt. Alle, die an ihn glauben, sollen nicht verloren gehen. Sie sollen das ewige Leben haben." (Johannes 3,16)

Liebe ohne Wenn und Aber. Gottes Liebe bleibt für uns unbegreiflich. Aber wir können sie ergreifen: Mit beiden Händen seine Liebe annehmen! Darauf wartet er.

Worte für den Karfreitag

"Welcher Mensch ist glücklich? Der Gott achtet und ehrt, der gern seinen Geboten folgt." (Psalm 112,1)

Gottes Gebote sind Spiegel, Riegel, Siegel. Ich erkenne mich (Spiegel). Ich hüte mich vor Bösem (Riegel). Ich kann das Gute tun, das er zuvor schon für mich getan hat (Siegel).

"Ihr seid geheilt durch Jesu Wunden. Früher wart ihr wie Schafe, die sich verlaufen haben. Aber jetzt seid ihr zurück auf dem richtigen Weg - zu dem Hirten, der eure Seelen behütet und Orientierung gibt." (1.Petrus 2,24-25)

Beleidigung und Tratsch, Neid und Rache? Jesus hat uns davon befreit. Er ist der gute Hirte unserer Seelen und weist uns den Weg.

Was bedeutet eigentlich Quaratäne?

„Quarantäne“ bedeutet „Vierzig“

Das Wort „Quarantäne“ entstand vor 800 Jahren und meinte tatsächlich „40“.

Laut Wikipedia bezeichnete man eine aufgekommene Reisesperre für seuchenverdächtige Ankömmlinge in Italien als „quaranta giorni“ (= 40 Tage).

Die Zahl 40 hat gerade jetzt, auch ohne Quarantäne, eine große Bedeutung. Viele Christen begehen die Fastenzeit, ab Aschermittwoch bis Ostersonntag 40 Tage, Sonntage nicht mitgezählt. Sie erinnern sich an den Weg ihres Meisters Jesus Christus ins Leiden. Sie prüfen für sich selbst, ob Gott eigentlich an erster Stelle steht oder die Unzufriedenheit, das Smartphone, das Geld, der Alkohol- oder Süßigkeiten-Genuß, die Machtsucht … … Jesu war 40 Tage in der Wüste und setzte sich dort mit den verführerischen Angeboten des Teufels auseinander – und siegte.

40 Jahre wanderte das Volk Gottes durch die Wüste, bis es das gelobte Land Kanaan erreicht. 40 Tage ist ihr Anführer Mose auf dem Berg Sinai im unmittelbaren Gespräch mit Gott. 40 ist 4 x 10 und erinnert an die vier Extremitäten des Menschen, an die vier Himmelsreichtungen. 10 ist dabei im Orient die Zahl der Vollkommenheit. 40 Jahre alt muss sein, wer Bundespräsident in Deutschland werden will.

Mit „40“ ist man erst erwachsen, sagt der Schwabe. 40 Wochen dauert eine Schwangerschaft.

40 steht also für einen schweren Weg, der aber machbar ist, 40 steht für die Phase der Reifung. Wenn man das geschafft hat, beginnt etwas Neues im Leben. Leben in Quarantäne.

Überlegen Sie: Welchen Aspekt Ihrer Persönlichkeit hebt diese Krisenzeit hervor? Wo gibt es die Chance in der Krise bei Ihnen, in Ihrer Persönlichkeit, in Ihrer Familie, in Ihrer Arbeit?

Antje Kastens, Pfarrerin Hönnetalstraße 30 D-58802 Balve Telefon: 02375-2434 antje.kastens@web.de

Schulpraktikum in der Kirchengemeinde - Wilhelmine Lüecke berichtet von Ihrer Zeit im Frühjahr 2020

So war´s im Praktikum bei Pfarrerin Kastens Mein Schulpraktikum dauerte 2 Wochen. Ich hatte von Anfang an die Hoffnung, viele Menschen in unterschiedlichen Situationen kennenzulernen. Es ging ganz typisch am Sonntag mit Gottesdienst und anschließender Besprechung los. Für Montag erwartete mich eine „Haus“-Aufgabe: Plakate erstellen für den Glaubenskurs. Mein erster voller Arbeitstag wurde Dienstag. Zuerst war ich bei den Katechumenen im Unterricht. Dann besuchten wir ein nettes Ehepaar, das sich schon lange ehrenamtlich betätigte. Das Gespräch mit den beiden war sehr interessant. Abends war ein Konfirmandenelternabend. Am Mittwochmorgen traf sich der Ök. Trauerkreis Balve-Neuenrade, wo ich viel über die Vorbereitung eines Gedenk-Gottesdienstes erfahren konnte. Was mir gut gefiel, war, dass meine Beiträge ernst genommen wurden, trotz nicht sonderlich viel Erfahrungen in diesem Bereich. Nachmittags besuchten wir den Ev. Kindergarten „Arche Noah“. Dieser Nachmittag zeigte mir, dass das Arbeiten mit Kindern auf längere Zeit wohl nichts für mich ist. Auch so eine Erkenntnis ist hilfreich für die Zukunft. Donnerstag erlebte ich eine Beerdigung im Trostwald Wocklum, um auch diesen Teil des Pfarrberufs zu sehen. Außerdem besuchte ich alleine eine ältere Dame. Ihre Erfahrungen haben mich zutiefst bewegt, ich habe großen Respekt bekommen. Abends war ich bei der HomeZone, habe mit Jugendlichen diskutiert und gesungen. Danach nahm Frau Kastens mich mit zum Ök. Arbeitskreis, wo Ideen für 2020 besprochen wurden. Auch, wenn ich wenig mitreden konnte, fand ich es wichtig, die gute Zusammenarbeit gesehen zu haben. Freitag stand dann ein ök. Gedenkgottesdienst im Altenheim an. Trauerarbeit ist, wie Sie wahrscheinlich merken, ein großes Thema in diesem Beruf. Es war schön, dass ich danach beim Kaffeetrinken Zeit hatte, mit den Menschen zu reden und etwas über sie zu erfahren. Am Wochenende hatte ich bis auf den Gottesdienst, wo ich mitwirkte, Zeit, meine Predigt für den 9. Februar sowie meinen Praktikumsbericht zu schreiben. Die Pfarrerin hatte noch Dienstbesprechungen, Personalgespräch und Seelsorge. Da konnte ich nicht teilnehmen. Wann bereitet man bei so vielen Terminen die Inhalte vor? Ich habe gemerkt, wie viele Arbeitsstunden anfallen, wie oft es Abende sind. Jetzt sind u.a. noch der Glaubenskurs, ein Pfarrkonvent in Kirchenkreis Iserlohn und ein Gottesdienst im Altenheim geplant, Tage voller Begegnungen. Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an Frau Kastens, die mir dieses Praktikum ermöglicht hat. Ich danke auch meinen Eltern, die mich jeden Tag nach Balve brachten, und Nicole Klüppelberg, mit der ich meine Predigt noch rhetorisch üben darf - sowie allen Menschen, die ich während meines Praktikums kennengelernt habe. Wilhelmine Lüecke

Predigt 09.02.2020 - Wilhelmine Lüecke

Römer 12, Vers 21: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. „ Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel zum Aufhängen hat er, aber keinen Hammer. Sein Nachbar allerdings hat einen Hammer, weswegen der Mann beschließt, diesem einen Besuch abzustatten. Doch der Mann beginnt zu zweifeln: Was, wenn er den Hammer nicht bekommt? Schon am vorherigen Tag grüßte sein Nachbar ihn nur flüchtig. Vermutlich nur, weil er im Stress war. Doch was, wenn nicht? Was, wenn er die Eile vorgetäuscht hat, weil er ihn nicht mag? Aber warum? Er hat doch gar nichts gemacht. Wieso schlägt man einen solchen banalen Gefallen aus, wenn der Bittende doch nichts getan hat? Womöglich hat der Nachbar noch die Illusion, er sei auf ihn angewiesen. Bloß, weil dieser den Hammer hat, er aber nicht? Nun reicht es aber! So stürmt der Mann zu seinem Nachbarn, klingelt und bekommt die Tür geöffnet. Doch, ehe der Nachbar auch nur einen guten Morgen wünschen kann, schreit der Mann ihn an: „Sie können Ihren Hammer behalten!“ Das Bibelwort oben ist mein Konfirmationsspruch. Ich habe ihn sorgfältig ausgesucht. Er hat eine Bedeutung für mich. Das Böse nicht gewinnen lassen, sondern mit Gutem besiegen. Das hat mich vor der Konfirmation sehr angesprochen. Außerdem hat er aktuelle Bedeutung. Schaut man sich die Lage in der Welt an, findet man viel Böses und Kriege. Doch nicht nur Kriege fallen unter Böses. Man sieht und hört tagtäglich in den Medien von Straftaten wie Überfällen oder Morden. Was bringt Menschen zu solchen Taten? In unserer Geschichte hat der Mann selbst sich dazu gebracht. Seine Gedanken sind das Böse. Sie bringen ihn zur Überzeugung, der Nachbar schlüge seinen Gefallen aus. Der Mann ist sofort überzeugt, dass sein Nachbar böse ist. Ich glaube, wir alle kennen diese Situation. Dass man in Gedanken eine Situation in die Höhe schaukelt - anderen die Schuld an etwas gibt, an dem man selbst die Schuld trägt - sich selbst diese falschen Fakten einredet, bis man nach ihnen handelt, nicht nach der Wahrheit. Man lässt sich verführen. Man geht lieber den falschen, aber einfachen Weg. Denn andere bestrafen, wenn auch zu Unrecht, ist einfacher als sich zu überwinden und für seine Fehler einzustehen oder sich zu entschuldigen. Das ist doch falsch, oder nicht? Ja, das ist es. Aber Gott lässt es doch zu? Ja, das tut er. Weil er uns nicht als Marionetten wollte. Aber er sucht und liebt uns trotzdem. Er hat uns Jesus Christus, seinen einzigen Sohn, geschickt. Jesus starb für uns. Für die Vergebung unserer Schuld hat Gott sich selbst in seinem Sohn gegeben. Er will nicht, dass wir uns verlaufen. Das kann man auch sehen. Gott hat uns keineswegs hilflos zurückgelassen. Er hat uns Jesus Christus als Retter und Vorbild vor die Augen gestellt. Seine Worte sind eine Hilfestellung für ein Leben in Frieden. Gerade die Bergpredigt Jesu hilft mir. Dort sagt Jesus, dass man seine Feinde lieben soll und für jene beten, die einen verfolgen. Seinen Feinden helfen. Wie geht das eigentlich? Mir hilft das Gespräch mit Gott. Wir können beten. Das Vaterunser kennt jeder Christ. Dort heißt es: „[…] und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen […]“. Das ist möglich. Gott macht es möglich. Gott kann uns helfen, uns selbst zu überwinden. Allerdings geht das nur, wenn man den Willen dazu hat. Gott verändert nichts gegen den Willen einer Person. Vereinnahmen und Manipulation? Das ist Gott fern! Wir müssen unseren inneren Schweinehund und Stolz besiegen, indem wir uns an Gott wenden. Besonders in unserem Alltag mit viel Stress, sei es auf der Arbeit oder in der Familie, vergisst man Gott schnell. Lässt keinen Platz für ihn. Das passiert schneller, als man glauben mag. Mir kommt es sogar so vor, als würden manche Leute in ihrem Alltag weniger denken, als, dass sie handeln. Dort liegt ein Problem. Ich glaube, es tut gut, wenn man in seinem Alltag einen bewussten Platz für Gott freihält. Erst denken, öfter das Gespräch mit Gott suchen. Dann fällt es leichter, sich zu überwinden. Natürlich kann Gott das Überwinden nicht für uns übernehmen. Es liegt in unserer Verantwortung. Aber er kann uns durch seinen Sohn, durch seine Worte inspirieren. Mit dieser Inspiration können wir uns verändern. Dass wir uns durch Gott, durch sein Wort verändern können, ist ein Punkt, der mir durch mein Gemeinde-Praktikum im Februar klar geworden ist. Die Konfi-Zeit und die HomeZone-Treffen, die Gespräche bei Gemeindebesuchen und die mitgestalteten Gottesdienste – sie alle haben mich verändert. Gott lebt und spricht, Gott überwindet das Böse in mir. So kann es geschehen, dass wir nicht von dem Bösen überwunden werden, sondern das Böse mit Gutem überwinden. Jesus hat es getan. Herzlich grüßt Wilhelmine Lüecke (Schülerin der 10. Klasse)

Luther - nun auch auf Dauer zu Gast in unserem Gemeindehaus

Die Künstler Gerd Jörgens und Harald Botschar haben aus Fliesenkleber eine Büste von Martin Luther erstellt und diese der evangelischen Kirchengemeinde Balve geschenkt.

Im Rahmen der Seniorenadventsfeier wurde die Büste feierlich enthüllt, die Künstler haben von der Idee und der Arbeit berichtet.

Auf einem Sockel stehend, der mit einer beleuchteten 500 versehen ist, hat Martin Luther einen würdigen Platz in unserem Gemeindehaus gefunden.

Pfarrerin Antje Kastens hat auch gleich noch eine Idee: Zusammen mit den Konfirmanden und Katechumenen möchte sie die 95 Thesen Luthers erarbeiten und von den Jugendlichen in Handschrift auf den Sockel auftragen lassen. Ein schönes Projekt, mit dem sicherlich mehrere Generationen Konfirmanden und Katechumenen einen bleibenden Eindruck in unserer Kirchengemeinde hinterlassen werden. Auch die beiden Künstler waren von dieser Idee ganz begeistert.

 

 

 

Wenn Du mal nicht schlafen kannst....

Wenn du nicht schlafen kannst ... ...

Jedes Baby kann es. Jeder Dackel auch, man könnte vor Neid erblassen.

Jeder Schüler kann es, besonders im Sommer in der Geschichtsstunde, sogar mit offenen Augen.

Nur viele von uns können es nicht: SCHLAFEN! Es ist in diesen Tagen nicht einfach zu schlafen. Zu viele Sorgen gehen uns wie Mühlsteine im Kopf herum. Dazu die Bilder und Nachrichten der Tagesschau! Am besten macht man Radio und Fernsehen zwischendurch ganz aus und gibt der Seele eine Erholungspause ohne Corona-Katastrophen-Meldungen.

Wir wissen auch so, was im Moment läuft und an allen Orten getan wird. Schlafen ist eine Kunst. Und eine Kraftquelle. Was kann man tun, wenn es nicht mehr geht? Man könnte sich erinnern, im Geist liebgewordene Wege gehen, vergangene Kindheit, Schulzeit, Sport- und Chorzeit, Freundschaft, Kameradschaft, Liebe.

Ich sage mir alte Choräle auf, innerlich, höre die Melodie in mir und lasse sie schwingen.

Man könnte auch aufstehen, sich was Gutes gönnen: Ein Roibosch-Tee, ein Buch, ein Bad, zu dem man tagsüber nicht kommt? Den Sternenhimmel begucken, so blank wie selten! Den Vögeln zuhören, die schon erwachen?

Ein alter Psalm kann auch helfen. Er ist verblüffend aktuell. Mir hat ein Spruch gefallen, den ich Ihnen jetzt augenzwinkernd weitergebe, ein Rat, der mir in diesen Sorgennächten wirklich weiterhilft: "Wenn Sie nicht schlafen können, zählen Sie nicht Schäfchen! Sprechen Sie mit dem Hirten!"

 

Herzlichst Ihre Pfrn. Antje Kastens

Martin Luther - in unserem Gemeindehaus