Andacht zu Karfreitag

Andacht zum Karfreitag, 10. April 2020

Ich grüße Sie heute zu einem der seltsamsten Feiertage des Kirchenjahres.

Karfreitag.

Jesus stirbt am Kreuz für uns. Kein Sieg, sondern ein Unterliegen. Kein Freudenfest, sondern ein Erleiden der Strafe, die andere verdient hätten.

Manche fragen heute, ob die Corona-Pandemie nicht auch eine Strafe ist. Man hat so lange nach Genuss gelebt, selbstsüchtig Erde und Menschen ausgebeutet. "So geht es nicht mehr weiter", sagen Leute. Und sie haben nicht Unrecht.

Allerdings, machen wir uns nichts vor. Selbstsucht und Genuss-Sucht steckten im Menschen schon immer drin. Gott müsste immer strafen. Ich sehe unsere Krise eher als Anfrage: "Sind Wohlstand und Wohlergehen das Glück unserer Tage, die Götter, denen wir nachjagen?"

Ich sehe die Krise auch als Weckruf: "Mach du, Mensch, nicht so weiter - im Glauben an dich, im Leben und Entscheiden ohne Gott!"

In Schwaben gibt es eine Kirche mit einem eindrücklichen Deckengemälde aus der Barockzeit. Jesus hängt am Kreuz. Davor steht der Teufel. Er hält einen Schuldbrief in der Hand. Alle Sünden der Menschen sind dort notiert. Der Teufel hält sie Jesus vor und droht, die Menschen zu verderben. Ab da ist noch ein Engel im Bild. Er hat einen Schwamm in der Hand. Mit ihm fängt er Blut und Wasser Jesu auf, das ihm aus der Seitenwunde tropft. Mit diesem Schwamm löscht der Engel die Sünden der Menschen. Er wischt sie aus auf dem Schuldbrief.

"Jesus hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns stand!" Staunend schreibt es der Apostel Paulus im Brief an die Christen in Kolossä (2, 13-14).

"Ihr wart tot in euren Sünden, aber nun seid ihr lebendig gemacht. Denn Christus hat uns die Sünden vergeben." Das ist das Wunder des Karfreitags. Er ist der erstaunlichste und höchste Feiertag für Christen. Wer seine Sünde bekennt, dem vergibt Jesus. Nicht Wohlstand, nicht Wohlergehen ist entscheidend. Nein, Jesus hat mich freigesprochen: Das ist das Glück meines Lebens. Wer Jesus hat, der hat das Leben.

"Du großer Schmerzensmann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben. In deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil." (EG 87, 1.3)

Hausandacht ab dem 01.04.2020

GOTT ist bei uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag!

Eine Abendandacht zu Hause - und trotzdem miteinander verbunden (Ev. Kirchengemeinde Balve)

Es ist 19.30 Uhr. Wir entzünden die Kerze am Fenster. Wir sind mit vielen Christen in Balve, in Deutschland verbunden und halten inne.

Wir beten für uns, unser Land und die Welt um Mut, Hoffnung und Beistand.

Der Tag ist vergangen, seine Arbeit und Mühe liegen hinter mir. Vieles war ungewohnt, wieder eine Herausfor-derung. Doch nun ruhe ich aus, werde still und schaue auf diesen Tag zurück.

Ich bringe Gott, was mich freut, was mir gelang. Ich bringe ihm auch, was mich belastet und, was nicht geklappt hat.

Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. (Lukas 24,29b)

-- STILLE --

Zuspruch aus der Bibel: So spricht der Herr: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch. Ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit." (Jesaja 41,10)

Gebet

Gott, am Ende dieses Tages lege ich diesen Tag zurück in deine Hände. Ich gebe dir das Leichte und das Schwere und bitte dich: Vergib mir die Ungeduld, die Ansprüche, über-flüssige Taten oder Worte. Verzeih mir, wo ich Wichtiges nicht getan habe. Befreie mich, wo Unruhe, Kleinglauben und Sorgen das Vertrauen auf dich erschüttern.

-- STILLE --

Tröste die Menschen, die gerade traurig und mutlos sind. Stärke die Menschen, die alleine sind. Schenk den Kranken neue Kraft. Nimm die Menschen in deine Arme, die sterben müssen. Ganz besonders bitte ich Dich für alle Menschen, die krank und alt sind, für alle Menschen, die jetzt helfen, für alle Menschen, die weiterarbeiten müssen, für alle Menschen, denen die Decke auf den Kopf fällt, für all die Menschen, an die ich heute dachte, deren Namen ich jetzt in der Stille nenne:

-- STILLE --

Schenk uns, deinen Kindern, einen guten Schlaf und lass uns morgen gesund wieder aufstehen. Denn du bist doch: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Hausandacht bei Kerzenschein

Angeregt durch die Idee eines evangelisches Pfarrehepaares aus Franken, werden ab sofort auch in Balve und im Pastoralverbund Hönnetal ökumenische Hausandachten bei Bäcker, Fleischer, Lebensmittel-Laden und offenen Kirchen ausliegen.

Sie sind in ökumenischer Zusammenarbeit im Wochen-Wechsel erstellt von der evangelischen Pfrn. Antje Kastens, vom katholischen Pastor Christian Naton und von Leitern der Christusgemeinde (Herr Mertens u.a.).

Auf diese Weise hat man, wenn man als Christ/in jeden Abend um 19.30 Uhr die Kerze zur Fürbitte im Fenster anzündet, eine kleine Andacht mit Gebeten und Bibellese in der Hand.

Viele Christen machen bei dem ökumenischen Abendgebet daheim im Kerzenschein schon mit. Nun finden sie jeden Mittwoch einen neuen Flyer mit Andacht für 1 Woche bereit liegen bei ihrem Einkauf oder Kirchbesuch im Pastoralverbund.

Da die Farbe je wechselt, werden sie die nächste, neue Hausandacht-Ausgabe gut erkennen.

Die erste Hausandacht stammt von Pfrn. Antje Kastens und hat die Farbe goldgelb. Die Verantwortlichen der drei Kirchengemeinden danken den Ladenbesitzern herzlich für ihre Bereitschaft. Sie sagen auch Dank an die Besitzer und Angestellten für ihre Arbeit der Lebensmittelversorgung in diesen ungewöhnlichen Zeiten. Falls Flyer ausgehen, kann man in den Gemeindebüros um Nachschub bitten.

Wochenspruch für Palmsonntag, den 05.04.2020

Wochenspruch für Palmsonntag, 5. April 2020

"Der Menschensohn muss erhöht werden. Dann haben alle das ewige Leben, die an ihn glauben." (Johannes 3, 14-15)

 

"Höher, schneller, weiter! Das funktioniert nicht mehr!" So meinte es gerade eine Seniorin am Telefon. Sie sieht, wie ein Corona-Virus im Nu alles lahmlegt und den erreichten Wohlstand in Frage stellt. Jetzt wurde die Olympiade abgesagt. Selbst das "höher, schneller, weiter" des größten Sportevents der Welt wird in diesen Krisenzeiten ausfallen. Es ist ein Warnschuss an alle, die an "höher, schneller, weiter" glauben.

Jesus glaubt nicht an irdischen Erfolg. Er macht sich auf den Weg nach Jerusalem mit dem Wissen, dass er dort getötet wird. Der römische Statthalter Pilatus wird mit dafür sorgen, dass Jesus am Kreuz landet. Da hängt er, am Kreuz auf dem Hinrichtungshügel Golgatha hoch aufgerichtet über der Stadt. Für jeden Vorbeikommenden unübersehbar! Nicht als Erfolgreicher, sondern als zu Unrecht Verurteilter wird er der Welt in Erinnerung bleiben. Pikanter Weise wird Pilatus über dem Haupt des vermeintlich Gescheiterten die Wahrheit proklamieren: "König der Juden" steht auf dem Holzschild, das Pilatus befestigen ließ. Pikanter Weise wird besagter Pilatus bald danach selber vom römischen Kaiser abgesägt: Zu schwach, zu wenig erfolgreich!

Wer auf äußeren Erfolg schaut, an irdischer Macht festhält und an äußerliches Wohlergehen glaubt, kann sich schnell irren. Ein Gemeindeglied berichtete mir jetzt am Telefon, wie verzweifelt er in den letzten Tagen war: Am Boden zerstört. Es gab nachvollziehbare Gründe. In dieser Lage merkte er, dass kein Geld der Welt ihn dazu bewegen würde, wieder aufzustehen. Zufällig traf er beim Einkauf einen Bekannten. Dieser hörte zu und half tatkräftig. "Gott schickt mir Hilfe! Er gibt einen Weg!"

Mit Erstaunen nahm der Verzweifelte wahr, dass Gott wirklich Gebet erhört. Diese Erfahrung bewegte ihn am Ende aufzustehen: "Gott kann heilen. Er liebt mich wie ein Vater sein Kind, so sehr!"

Was meinen Sie? Wem oder was glauben Sie? Man kann sagen, dass diese Corona-Krise eine Nagelprobe unserer Gesellschaft ist. Schaffen wir es, allen Egoismus, alle bequeme Genuss-Sucht zurückzustellen? Können wir das neidvolle, kurzlebige "höher, schneller, weiter" als unser Lebensmotto beenden? Und was leitet uns dann? Es könnte der Blick auf den Gekreuzigten sein. Im scheinbaren Unterliegen siegt seine machtvolle Liebe. Indem er Unrecht erleidet, richtet er die Gerechtigkeit für uns auf und lässt niemanden in Not am Boden zerstört liegen. Niemand soll in Sorge oder Verzweiflung umkommen.

Der Wochenspruch erinnert mich daran: Gottes Liebe ist auch in dieser enormen Krise nicht am Ende! Im Gegenteil. Sie reicht in die Tiefe unserer Existenz, bis in die unfassbare Ewigkeit. Sie ist der Grund, warum ich aufstehe, wenn ich am Boden liege. Sie lässt mich hinhören und zupacken, wenn andere mich brauchen. Seien Sie unverzagt!

So grüßt Sie, in der Fürbitte herzlich verbunden und telefonisch gut erreichbar, Ihre Pfarrerin Antje Kastens.

"Das Kreuz ist aufgerichtet, der große Streit geschlichtet. Dass er das Heil der Welt in diesem Zeichen gründe, gibt sich für unsre Sünde der Schöpfer selber zum Entgelt. Wir sind nicht mehr die Knechte der alten Todesmächte und ihrer Tyrannei. Der Sohn, der es erduldet, hat uns am Kreuz entschuldet. Auch wir sind Kinder und sind frei." (EG 94, 1.5 - Kurt Ihlenfeld 1967)

Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in unserer Hand! - aus einem irischen Segenslied

Zum Beten oder Singen, der Text des irischen Segensliedes:

 

Möge die Straße uns zusammenführen

und der Wind in unserm Rücken sein.

Sanft falle Regen auf deine Felder

und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.

Und bis wir uns wiedersehen,

halte Gott dich fest in seiner Hand.

Und bis wir uns wiedersehen,

halte Gott dich fest in seiner Hand. (Irischer Segenswunsch)

Psalm 84 - in einer Übertragung von Pfrn. Antje Kastens

Übertragung von Psalm 84

Wie gut ist es, Gott, bei dir zu wohnen.

Meine Seele sucht deine Nähe.

Leib und Seele freuen sich in dir, du Gott des Lebens.

Ich fühle mich wie die Schwalbe, die bei dir ein Nest gefunden hat.

Dein Altar, dein Haus lassen mich zur Ruhe finden und dich loben von ganzem Herzen.

Wie gut ist es, Gott, bei dir zu wohnen.

Du bist meine Stärke, das habe ich erkannt.

Mein Herz hängt sich an dich.

Und wenn ich nun durchs dürre Tal muss? Bist du dann noch da?

Ja, selbst ein dürres Tal verwandelst du in Que¬llgrund, Frühregen wird dein unmhüllen-der Segensmantel für mich.

Wie gut ist es, Gott, bei dir zu wohnen! Ich darf gehen von einer Kraft zur andern, für jeden Tag genug. Ich darf dich schauen, den wahren Gott, der nicht wegschaut, sondern regiert. Du bist mir Sonne und Schild! Du gibst mir Gnade und Ehre!

Wie gut ist es, Gott, bei dir zu wohnen. Ich verlasse mich auf dich. Amen.

Ein altes Lied, passend für die heutige Zeit:

Was Gott tut, das ist wohlgetan,

es bleibt gerecht sein Wille.

Wie er fängt seine Sachen an,

will ich ihm halten stille.

ER ist mein GOTT, der in der Not

mich wohl weiß zu erhalten.

Drum lass ich ihn nur walten.

Was Gott tut, das ist wohlgetan,

er wird mich nicht betrügen.

Er führet mich auf rechter Bahn,

so lass ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld.

ER wird MEIN UNGLÜCK WENDEN.

Es steht in seinen Händen.

Was Gott tut, das ist wohlgetan,

ER ist mein LICHT und LEBEN,

der mir nichts Böses gönnen kann.

Ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid,

es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet,

wie treulich er es meinet. (Samuel Rodigast 1657, EG 372)

Etwas zum Schmunzeln!

Was tun in CORONA-Zeiten?

Tochter Marie klimpert hingebungsvoll am Klavier.

Die Mutter kommt hinzu. „Na, erkennst du die Melodie?“, fragt die Kleine.

Mutter: „Nicht ganz!“

Tochter Marie: „Kein Wunder, war ja auch englisch!“

Ein Gebet in dieser Zeit!

Ein Gebet für andere Menschen von Lothar Zenetti

Behüte, Herr, die ich dir anbefehle, die mir verbunden sind und verwandt.

Erhalte sie gesund an Leib und Seele und führe sie an deiner guten Hand, sie alle, die mir ihr Vertrauen schenken und die mir so viel Gutes schon getan.

In Liebe will ich dankbar an sie denken, oh Herr, nimm dich in Güte ihrer an.

Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen und möchte ihm helfen, doch ich kann es nicht.

Ich wünschte nur, er wär bei dir geborgen und fände aus dem Dunkel in dein Licht.

Du ließest mir so viele schon begegnen, so lang ich lebe, seit ich denken kann.

Ich bitte dich, du wollest alle segnen, sei mir und ihnen immer zugetan.

Ein Zitat aus alter Zeit - auch jetzt noch gültig!

 

"Sei heiter.

Das ist gescheiter

als alles Klagen.

Gott hilft weiter.

Zur Himmelsleiter

werden die Übel.“

(nach Theodor Fontane)

Eine Anekdote in Zeiten von Corona!

Zur Zeit fällt überall im Land der Sonntagsgottesdienst aus.

Hier eine Anekdote aus gegebenem Anlass:

Ein leitender Beamter des Kölner Gesundheitsamtes muss sich mit der aktuellen Grippewelle auseinandersetzen. Er empfiehlt per Rundschreiben drei Dinge:

Vermeiden Sie, anderen Menschen die Hand zu schütteln!

Geben sie keine Küsschen, teilen Sie auch keine Küsse aus!

Vermeiden Sie Menschenansammlungen!

Er fasst zusammen: Am besten gehen Sie in die Kirche: Dort begrüßt Sie niemand. Keiner gibt Ihnen ein Küsschen. Und Sie sitzen in Ihrer Bank alleine!

Dieser Herr war offensichtlich noch nie bei uns in Balve in der Kirche.

Bei uns in Balve ist es (Gott sei Dank) nicht so steif und einsam. Wir sind ein kommunikativer, fröhlicher Haufen. Deshalb schließen wir zur Zeit besser auch die Kirche, um jede CORONA-Ansteckung zu vermeiden und die verordnete Kontaktsperre einzuhalten.

Das Wort zum Sonntag für den 22.03.2020

Ein aktueller Gruß von Pfarrerin Antje Kastens an die Ev. Gemeinde in Balve zum Sonntag Lätare am 22. März 2020

"Amen, Amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht." (Wochenspruch am Sonntag Lätare, 22. März 2020)

Liebe Schwestern und Brüder, unsere Welt ist in Aufruhr.

Jedes 4. Wort ist gefühlt "CORONA". Nebenan im ALDi machen manche noch Einkäufe, bevor morgen vielleicht die Ausgangssperre kommt und es mühsamer wird. Mehl und Toilettenpapier suchen sie schon vergeblich. CORONA bannt den Blick und nimmt das Herz gefangen.

Der Wochenspruch für den Sonntag, 22. März, lenkt unseren Blick woanders hin. Ich schaue auf ein kleines Weizenkorn in meiner Hand. Wie leicht zu verlieren! Wie unbedeutend, wo es doch so viele davon gibt! Warum sollte der Mensch Jesus Christus mehr gewesen sein als einer unter vielen bedeutenden Menschen der Welt? War er mehr?

"Amen, Amen, ich sage euch!" Jesus spricht zu uns. Er redet im Ton zuverlässiger und endgültiger Rede. Er ist Gottes Sohn und weiß mehr als wir. Das ist seine Botschaft an aufgescheuchte, ratlose Menschen. Im Geschick des einen kleinen Kornes meint er sein Geschick: Von vielen unerkannt, achtlos übersehen. Und doch voller LEBEN, voller Kraft und Mut und Zukunft. Automatisch ereignet es sich nicht, dass ein Weizenkorn Frucht trägt. Es kann für sich bleiben, so hart wie das Korn in meiner Hand. Verschlossen, allein, fruchtlos. Menschen, die nach der Maxime Selbstbehauptung, Selbstbewahrung, Selbsterhaltung leben, die werden so. Die wirken auch nach außen so und es wird sie keiner um ihre Hilfe und ihr Gehör bitten.

Machen wir es uns klar: Auch Gottes Sohn hätte nicht den Weg der Liebe Gottes zu Ende gehen müssen! Aber nun geschieht es doch, weil Gottes Wille geschehen soll gegen eigene Angst und gegen jeden Eigenwillen. Es geschieht mit diesem göttlichen Weizenkorn, das in Gestalt von Jesus in die Erde fällt und erstirbt. Die Erde ist feucht, kalt und dunkel, ein Ort der Vergänglichkeit.

"Erde zu Erde", jeder Gang auf dem Friedhof erinnert daran, wie nichts Eigenes mehr bleibt und nichts Eigenes mitgenommen wird. Gerade so eine unsichtbare Seuche rückt uns die bittere Erkenntnis näher, wie schnell ein Leben vorbei sein kann.

Gestern zeigte die Tagesschau nicht endende Leichentransporte des italienischen Militärs. Das macht wirklich Angst! Der Evangelist Johannes nennt Jesu letzte Stunde trotzdem die "Stunde der Verherrlichung". Am Kreuz erhöht, gibt der Sohn Gottes sein Leben für unsere Erlösung. Seine Liebe siegt, nicht der Tod. Wer ihm vertraut, soll nie mehr alleine sein, nie alleine dadurch müssen durch die Not und Angst. Der Wochenspruch macht mir darum MUT. Wir könnten, statt atemlos und ratlos dem Leben nachzujagen und das Sterben zu fürchten, uns in diesen Tagen mit Gott kurz schließen. Ein Gebet vielleicht?

Einmal ein ehrliches "Ich habe Angst, Gott. Wo bist du"? Und dann die Bitte: "Geh mit durch diese Tage! Lass mich erkennen, was ich tun kann". Ich merke am Wochenspruch, dass sich mein Leben nicht vollendet im Festhalten, Zusammenraufen und Zusammenraffen, sondern im Loslassen an einen größeren Auftrag von Gott. Ein Korn ist so klein. Unser Leben ist so unscheinbar, so unbedeutend.

Aber Gott macht daraus einen grünen Halm, frisches Leben, das zum Licht drängt. Es trägt Frucht, zehnfach, zwanzigfach, hundertfach, ewig. Gott schenkt dafür seinen Sohn. Wer in diesen Tagen Gott gern sehen will, der schaue auf den auferstandenen Jesus. Der gehe mit IHM den Weg der Liebe und stelle vertrauensvoll seine eigenen Sorgen hintenan. Ich befehle Sie und Euch herzlich Gottes Fürsorge an und werde immer wieder für diese Balver Gemeinde beten!

 

Eure und Ihre Pfarrerin Antje Kastens

Gottesdienste

Kontakt zur Gemeinde

Pfarrstelle:

Pfarrerin Antje Kastens
Hönnetalstr. 30
58802 Balve
+49 2375 2434 

Gemeindebüro:

Frau Hamer
Hönnetalstr. 32
58802 Balve
+49 2375 5579

Ab 1.3.2015

Di und Do: 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr
Mittwoch:  15.30 Uhr bis 18.30 Uhr

Gottesdienste

Hinweise für unsere Gottesdienstbesucher

Zu den Gottesdienstzeiten können Sie Ihr Kfz vor dem Jugendheim oder nebenan auf dem Parkplatz des Supermarkts abstellen. Bitte lassen sie die Zufahrt zur, und den Platz vor und hinter der Kirche frei. (Rettungsweg)

Auf der Rückseite Ihres Gemeindebriefes finden Sie die quarteilsweise Übersicht der Gottesdienste. <-- Zum aktuellen Gemeindebrief